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Milchquotenbörse

Am 1. April 2015 ist das EU-Milchquotensystem nach 31 Jahren ausgelaufen und damit auch die Milchquotenbörse.

An der Milchqotenbörse wurde nicht mit Milch gehandelt, sondern mit der Milchquote. Unter "Milchquote" versteht man das Kontingent bzw. die Menge der Milch, die ein Milcherzeuger produzieren darf.

Diese Milchquoten wurden ähnlich wie Aktien und Wertpapiere gekauft und verkauft, denn sie waren eine Menge Geld wert. Wer eine hohe Milchquote hatte, konnte viel Milch produzieren, durfte diese Milch auch verkaufen und konnte damit viel Gewinn machen. Wer eine niedrige Milchquote hatte, konnte nur wenig Milch verkaufen und machte daher wenig Gewinn, selbst wenn der Milchpreis hoch war.

Wie oft fand die Milchquotenbörse statt?

Dreimal jährlich (am 1. April, am 1. Juli, am 2. November) konnten die Milcherzeuger auf der Milchbörse eine bestimmte Menge Milchquoten entweder zum Kauf anbieten oder selbst kaufen. Das heißt nicht, wie oben schon erwähnt, dass sie auf dieser Börse mit Kannen oder dem Milchlaster anfuhren. Sie kauften oder verkauften das Recht, Milch zu produzieren und zu liefern.

Wann fand die Milchquotenbörse statt?

Die Milchquotenbörse fand drei Mal im Milchquotenjahr statt. Das Milchquotenjahr begann nicht am 1. Januar, sondern am 1. April und endete am 31. März des darauffolgenden Jahres. Im Milchquotenjahr wurden an der Milchbörse drei Börsentermine durchgeführt, jeweils am 1. April, am 1. Juli und am 2. November.

Wie bildete sich der Preis auf der Milchquotenbörse?

Die Anbieter gaben einen Preis an, zu dem sie ihre Milchquote verkaufen wollten. Die Nachfrager gaben ihrerseits ein Ankaufsgebot ab. Daraus wurde nach einem festen Schema der Gleichgewichtspreis für die gehandelte Quote errechnet. Die Preisvorstellungen der Anbieter und Käufer mussten miteinander übereinstimmen, damit ein Handel stattfinden konnte. Im Idealfall stimmten beim Gleichgewichtspreis Angebots- und Nachfragemenge überein. Meist aber wiesen sie eine geringe Differenz auf. Anbieter waren dann erfolgreich, wenn ihr geforderter Preis nicht höher als der Gleichgewichtspreis war. Um als Nachfrager Erfolg zu haben, musste das Gebot oberhalb des errechneten Gleichgewichtspreises liegen.

Nach jeder Handelsrunde veröffentlichte der Deutsche Bauernverband die Gleichgewichtspreise in Deutschland auf seinem Internetportal, in welchem Sie alle Ergebnisse und Hintergründe nachlesen können.

Auslaufen der Milchquote bis 2015

Ab dem 1. April 2015 dürfen die Landwirte wieder ohne Einschränkungen Milch produzieren. Die Milcherzeuger müssen es jedoch schaffen, ihre Milchmengen auf dem dann vollkommen freien und von keinen staatlichen Eingriffen beeinflussten Markt zu verkaufen.


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