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Milch-Güteverordnung

Die Milch-Güteverordnung vom 9. Juli 1980 (BGBl. I S. 878, 1081), ist zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 17. Dezember 2010 (BGBl. I S. 2132) geändert worden.

Die Milch-Güteverordnung ("Verordnung über die Güteprüfung und Bezahlung der Anlieferungsmilch" - MGVO) regelt die Untersuchung, Bewertung und Bezahlung der angelieferten Milch. Sie wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) herausgegeben.

Die für die Untersuchungen zugelassenen Stellen sind die jeweiligen Landeskontrollverbände bzw. in Süddeutschland der Milchprüfring .

Prüfungskriterien und Grenzwerte


In der Milch-Güteverordnung sind die Untersuchungsverfahren und die Untersuchungshäufigkeit für

  • die bakteriologische Beschaffenheit (Keimzahl),
  • den Gehalt an somatischen Zellen,
  • den Nachweis von Hemmstofffreiheit,

 geregelt.

Außerdem legt die Milch-Güteverordnung bezahlungsrelevante Grenzwerte für die bakteriologische Beschaffenheit (Keimzahl) und den Gehalt an somatischen Zellen fest.

Die Kontrollen der einzelnen Faktoren werden normalerweise bis zu viermal pro Monat durchgeführt, teilweise auch häufiger.

Die Landesbehörden haben das Recht, weitere Merkmale freiwillig zu untersuchen (z. B. den Harnstoffgehalt) und die Häufigkeit der Untersuchungen zu erhöhen. Somit ist die Untersuchungshäufigkeit oft höher als gesetzlich vorgeschrieben.

Einstufung und Bezahlung


Die Bewertung der Milch, d.h. die Ergebnisse der Untersuchungen, ist wiederum für die Bezahlung der Milch ausschlaggebend. Auch die Qualität bestimmt den Preis, den der Landwirt für seine Milch erhält: Die Inhaltsstoffe Fett und Eiweiß bilden die Grundlage für den Auszahlungspreis der Molkereien an die Milcherzeuger. Die Ergebnisse werden demnach von den Kontrollstellen hinsichtlich der Bezahlung der Anlieferungsmilch eingestuft und die Daten werden für die Milchgeldabrechnung an die Molkereien übermittelt.

Die Milch wird in folgende Klassen eingestuft: Es gibt die S-Klasse, die Güteklasse 1 und die Güteklasse 2. In der Güteklasse 1 liegt die Bezahlung am höchsten – bei der S-Klasse gibt es nochmals einen Zuschlag, je nach Molkerei meist zwischen 0,5 und 1,0 Cent pro Liter.

Die für die Bezahlung geltenden Grenzwerte sind durch die Milch-Güteverordnung wie folgt geregelt:

Um in die S-Klasse eingestuft zu werden, muss die Milch weniger als 50.000 Keime pro Milliliter und weniger als 300.000 Zellen pro Milliliter enthalten. Um in die Güteklasse 1 zu fallen, darf sie nicht mehr als 100.000 Keime pro Milliliter aufweisen.

Der Grenzwert für den Gefrierpunkt der Milch wird ebenfalls untersucht: Er muss unter  -0,515° C liegen.

Hemmstoffe, also Stoffe, die bei der Vergabe von Antibiotika an die Kühe, z. B. im Falle einer Euterentzündung, in die Milch gelangen, dürfen nicht nachweisbar sein.

Die Werte dieser Untersuchungen im Rahmen der Milch-Güteverordnung sind geometrische Mittelwerte: bei der Keimzahl über zwei Monate, bei der Zellzahl über drei Monate. Eine wiederholte Überschreitung der Grenzwerte kann zur Sperrung der Milchabholung führen.

Quelle:
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/milchg_v/gesamt.pdf

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