Wie lange musste ein Arbeiter 2006 arbeiten, um sich ein Päckchen Butter zu leisten?

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Die richtige Antwort wäre "4 Minuten" gewesen.

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Quelle: neuemedien / www.photocase.com

Preise und Ausgaben

Trotz international steigender Preise sind Lebensmittel in Deutschland im Vergleich mit den übrigen Ländern der Europäischen Union (EU) noch immer ausgesprochen günstig.

Dies gilt sowohl für den direkten Vergleich (Was kostet ein bestimmtes Produkt in Deutschland? Was kostet es in einem anderen EU-Land?) als auch hinsichtlich des Anteils am Nettoeinkommen, den ein Bundesbürger für die Grundversorgung mit Lebensmitteln ausgeben muss, im Vergleich, zum Beispiel, zu einem Franzosen, einem Italiener oder einem Polen. Insbesondere eröffnet sich dadurch die Möglichkeit zu einer preisgünstigen Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Milchprodukten.

Steigende Preise – sinkender Konsum

Lebensmittel in Deutschland sind in den letzten Jahren etwas teurer geworden. Dies lag vor allem an den weltweit gestiegenen Kosten für Energie sowie an der hohen Nachfrage nach Agrarrohstoffen, nicht zuletzt für die Bioenergieproduktion. Im Jahr 2008 stieg der Preisindex für Nahrungsmittel um 7 Prozent (Preisindex 2007= 99 ). 

Diese Tendenz hat sich insgesamt spürbar nachteilig auf den Konsum in Deutschland ausgewirkt. Obwohl die konjunkturelle Stimmung insgesamt sehr positiv war, die Wirtschaft wuchs (das Bruttoinlandsprodukt ist um 2,5 Prozent gestiegen), die Arbeitslosigkeit sank (von 3,8 Millionen 2007 auf 3,3 Millionen 2008) und die Nettoeinkommen teilweise deutlich stiegen – reagieren deutsche Verbraucher mit Kaufzurückhaltung auf Preissteigerungen bei Lebensmitteln.

Milch und Käse sind nirgends so günstig wie in Deutschland

Trotz der gestiegenen Preise sind Nahrungsmittel in Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Staaten relativ günstig. Genauer gesagt liegen die Nahrungsmittelpreise in Deutschland im Mittelfeld.

Besonders günstig sind in Deutschland Milch und Käse. Ein Bundesbürger bezahlt für diese Produkte rund 25 Prozent weniger als ein Franzose, ein Italiener, ein Spanier, ein Belgier, ein Däne, Schwede oder Brite dafür zahlen muss.




Verbraucherpreise für Milchprodukte: Wieviel Geld gab eine deutsche Familie im Jahr 2007 für Milchprodukte aus?

Nachdem sich die Verbraucherpreise für Milchprodukte in Deutschland jahrzehntelang auf einem stabilen Niveau gehalten hatten, stiegen sie im Jahr 2007 deutlich an. Die zeitweise starke Nachfrage nach Milchprodukten am internationalen Markt wirkte sich preiserhöhend auf die nationalen Märkte aus. Wie in anderen Branchen auch, bedeuteten die Exporte auf den Weltmarkt Preissteigerungen auf dem Binnenmarkt. Während die Weltmarktpreise früher deutlich unterhalb des Preisniveaus der EU lagen, haben sie diese 2007 zeitweise deutlich überschritten.

Private Haushalte mussten 2007 folglich deutlich mehr Geld auch für Milchprodukte, insbesondere für Milch und Butter, ausgeben als in den Vorjahren.

Eine durchschnittliche deutsche Familie gab 2007 im Jahresdurchschnitt rund 319 Euro für Molkereiprodukte aus – das sind 11 Euro mehr als 2006.

Sogenannte Konsum- oder Trinkmilch war im Oktober 2007 rund 20 Prozent teurer als im Vorjahr. Butter war sogar um mehr als die Hälfte teurer geworden (54%).

Die deutschen Verbraucher reagierten umgehend. Die Nachfrage nach Milchprodukten im Jahr 2007 sank merklich. Dieser Trend hält trotz Preissenkungen 2008 weiter an.

Auf diese Kaufzurückhaltung wiederum reagierte der Markt – die Verbraucherpreise für Konsummilch und Butter sanken im September 2008 auf ein Niveau, das sogar unterhalb der Vorjahrespreise liegt. In Zahlen ausgedrückt waren Milch und Milchprodukte im September 2008 knapp drei Prozent günstiger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die seinerzeit vorgenommenen Preiserhöhungen sind somit komplett ausgeglichen. Berücksichtigt man die Inflationsrate desselben Zeitraums – also die durchschnittliche Gesamtverteuerung aller Produkte in Deutschland –, konnte sich der deutsche Verbraucher im Herbst 2008 zu günstigeren Preisen mit Milch und Butter versorgen als im Jahr davor.

Anders ausgedrückt: Die Milchbranche hat zwar ihre Absatzmärkte erweitert und ihre Exportraten vergrößert. Sie hat aber keinen Anteil am allgemeinen wirtschaftlichen Wachstum – im Gegenteil. Sie musste ihre Produkte günstiger an den Handel abgeben als im Jahr zuvor.


Milch macht stark, aber nicht arm

Nach wie vor sind Lebensmittel in Deutschland günstig – allen voran Milch und Käse. Entsprechend gering ist folglich auch nach wie vor der Anteil an den Gesamtausgaben eines durchschnittlichen deutschen Privathaushalts, der auf Milch und Käse entfällt – und dies obwohl der Verzehr von Milch und Käse bis 2009 tendenziell angestiegen ist.

Insgesamt haben deutsche Verbraucher im Jahr 2009 1.340 Milliarden Euro für ihre Lebenshaltung aufgewendet. Die Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke liegen mit 149,8 Milliarden Euro an dritter Stelle, nach den Ausgaben für Wohnen und Verkehr.




Damals und heute: Nahrungsmittelausgaben im Vergleich

Im Vergleich zu früher geben deutsche Verbraucher einen immer geringeren Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Das liegt zum einen am wachsenden Einkommen der Bundesbürger und zum anderen daran, dass die Nahrungsmittelpreise bis 2007 einigermaßen stabil waren bzw. nur leicht gestiegen sind.

Vor knapp vierzig Jahren, im Jahr 1970, gaben die Bürger der damaligen Bundesrepublik Deutschland noch fast 19 Prozent ihrer Konsumausgaben für Nahrungsmittel aus –  im wiedervereinigten Deutschland waren es 2009 nur noch 11 Prozent. Gestiegen sind dafür die Ausgaben für Miete, Strom und Heizung: von 1970 bis 2009 von 17,6 Prozent auf 24,4 Prozent.


3 Minuten Arbeitszeit für einen Liter Milch

Mit anderen Worten: Heute müssen deutsche Arbeitnehmer viel weniger Arbeitszeit aufwenden, um sich Nahrungsmittel, z.B. ihr Glas Milch und ihr Stück Butter, zu kaufen. 9 Minuten musste ein Arbeitnehmer vor knapp 40 Jahren (1970) für einen Liter Milch arbeiten – 2006 waren es nur noch 3 Minuten. Für 250 Gramm Butter waren es 1970 gar 22 Minuten Arbeitszeit im Vergleich zu 4 Minuten im Jahr 2006.

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