Wer beliefert für gewöhnlich die Einzelhandelsketten mit Milchprodukten?

Die Antwort "Der Milcherzeuger selbst" ist leider falsch.
Die richtige Antwort wäre "Die Molkereien" gewesen.

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Wie wird der Preis zwischen Handel und Molkereien bestimmt?

Wie die Akteure anderer Branchen an anderen Märkten, müssen sich auch Molkereien gegen Mitbewerber am Markt, durchsetzen, regelmäßig neue Angebote ihrer Produkte beim Handel einreichen und mit diesem immer wieder neue Abnahmepreise aushandeln.

Ausschreibungen, Preisverhandlungen und Lieferverträge

Zweimal im Jahr, in der Regel im Frühjahr und im Herbst, kommen Molkereien mit Lebensmitteleinzel- händlern wie Norma, Plus, Aldi und Rewe für Verhandlungen zusammen, um sich auf einen Einkaufspreis zu einigen, der den Molkereien für ihre Milchprodukte, gewöhnlich für die nächsten 6 Monate, gezahlt wird.

In einem sogenannten Ausschreibungsverfahren haben die Verarbeiter von Milch und Hersteller von Milchprodukten die Möglichkeit, Preisangebote für eine bestimmte „ausgeschriebene“ Menge an bestimmten „ausgeschriebenen“ Produkten beim jeweiligen Handelsunternehmen einzureichen. Basierend auf diesen Angeboten finden anschließend Verhandlungsgespräche statt und werden Abnahmeverträge geschlossen. Je nach Marktlage und je nachdem, um welches Produkt es sich im Einzelnen handelt, beträgt die Laufzeit der Verträge derzeit in der Regel zwischen vier Wochen und zwölf Monaten. Die ausgehandelten Preise werden vertraulich behandelt, also nicht veröffentlicht.

Die Belieferung der großen Einzelhandelsketten erfolgt für gewöhnlich direkt durch die Molkerei. Dies garantiert größtmögliche Frische und erspart Lagerkosten. Für die Milchindustriebetriebe freilich bedeutet es eine zusätzliche Investition in Logistik, Fahrzeuge und Personal.

Der Lebensmitteleinzelhandel schreibt Mengen und Preise aus – diejenige Molkerei bekommt dann den Zuschlag, die ein entsprechendes Angebot abgegeben hat.

Einflüsse auf die Preisverhandlungen

Das Ergebnis der Preisverhandlungen wird von verschiedenen Faktoren, wie Angebot, Nachfrage und den internationalen Märkten beeinflusst. Ist das Angebot groß und die Nachfrage zurückhaltend und gibt es wenig günstige Exportbedingungen, kommt es bei den Preisverhandlungen der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel zu deutlichen Preisabschlägen und niedrigeren Abschlüssen bei den Produkten. Dies wiederum führt zu sinkenden Auszahlungspreisen seitens der Molkereien an die Milcherzeuger.


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