Welche Inhaltsstoffe in der Milch beeinflussen den Milchpreis?

Die Antwort "Fette und Eiweiße" ist richtig!

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Milchpreis

Beim Milchpreis unterscheidet man zwischen dem Auszahlungspreis, auch Erzeugerpreis genannt, den Molkereien an Milcherzeuger entrichten, und dem Verbraucherpreis, den Konsumenten für die Ware im Handel bezahlen.

Die Milchpreise für Bauern, Molkereien und Endverbraucher hängen von unterschiedlichen Faktoren ab, allem voran von der Nachfrage der Verbraucher. Aber auch politische Entscheidungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie Handelsvereinbarungen zwischen einzelnen Staaten beeinflussen den Milchpreis in Deutschland.

Wie errechnet sich der Auszahlungs- oder Erzeugerpreis?

Den Preis, den der Milchlieferant vom Milchverarbeiter erhält, bezeichnet man als (Milch-) Auszahlungspreis oder Erzeugerpreis. Er wird in Euro-Cent pro Kilogramm berechnet und setzt sich aus einem Grundpreis, den möglichen Zuschlägen für höhere Fett- und Eiweißgehalte sowie der Mehrwertsteuer zusammen.

Dabei bezieht sich der Grundpreis in allen Regionen Deutschlands, auf einen Fettgehalt von 4,0 Prozent und einen Eiweißgehalt von 3,4 Prozent.

Zusätzliche Qualitätskriterien, die den Milchauszahlungspreis beeinflussen, sind Keimzahl, Zellzahl und Hemmstoffe sowie der gemessene Gefrierpunkt der vom Milcherzeuger gelieferten Rohmilch.

Für den Milcherzeuger ist der Milchauszahlungspreis ein wesentlicher Bestandteil seiner betrieblichen Einnahmen, denn der Milcherzeuger führt einen hoch spezialisierten Betrieb und kann in aller Regel nur über den Kälber- und Schlachtviehverkauf zusätzliche Einnahmen erzielen. Zunehmend spielt das Einkommen aus Bioenergie, die subventioniert wird, eine Rolle.

Auch für die Molkereien hat der Milchauszahlungspreis eine wirtschaftlich zentrale Bedeutung. Je nach erzeugtem Produkt können sich die Rohstoffkosten, also der Preis für Rohmilch, auf 60 bis 90 Prozent der Gesamtkosten der Milchverarbeitung belaufen.

Wie errechnet sich der Ladenpreis für Milch?

Bis die Trinkmilch beim Verbraucher auf dem Tisch steht, sind viele Akteure an der Verarbeitungs- und Lieferkette beteiligt. Entsprechend wird der Milchpreis, den der Endverbraucher zahlt, von vielen einzelnen Faktoren bestimmt. Neben dem Erzeugerpreis, der für die Rohmilch an den Milcherzeuger bezahlt wird, schließt der Preis im Laden die Produktion in der Molkerei, die Verpackungskosten, die Lagerung, die Auslieferung, die erneute Lagerung im Handel, den anteiligen Aufwand für Verkaufsstätten und Verkauf und, nicht zuletzt, die Mehrwertsteuer ein.

In aller Regel beliefern die Molkereien die Zentrallager der großen Einzelhandelsketten direkt. Grundlage für die Lieferungen sind Verträge, die regelmäßig neu verhandelt werden – früher einmal jährlich (im Frühjahr), mittlerweile zwei Mal pro Jahr (im Frühjahr und im Herbst).

Der Einzelhandel macht dabei eine so genannte Ausschreibung, das heißt, die Molkereien haben die Möglichkeit, Angebote für die Lieferung von bestimmten Mengen an genau festgelegten Produkten abzugeben. Dabei konkurriert die Molkerei mit den Angeboten anderer Milchverarbeitungsbetriebe – früher auf regionaler und nationaler Ebene, heutzutage auch auf internationaler Ebene.

Nach Sichtung der eingegangenen Angebote treten die Handelsunternehmen mit den Molkereien in Verhandlungen, die schließlich zum Vertragsabschluss zugunsten des einen oder anderen Anbieters führen.

Diese Vertragsabschlüsse haben in den Folgemonaten eine entscheidende Auswirkung auf den Grund- und Auszahlungspreis, den eine Molkerei – ob genossenschaftlich oder privatwirtschaftlich organisiert – ihren Milchlieferanten auszahlen kann.

Entsprechend nachvollziehbar ist auch der hohe Einfluss eines nicht mehr regional oder national strukturierten Marktes, sondern eines Marktes, auf dem der deutsche Einzelhandel mittlerweile selbstverständlich auch Milchprodukte aus anderen Ländern der Europäischen Union, ja sogar aus anderen Erdteilen, einkaufen und wieder verkaufen kann.

Der Milchpreis wird vom Markt bestimmt

Der Auszahlungspreis je Kilogramm Rohmilch, den ein Milcherzeuger erhält, wird nicht willkürlich von der Molkerei festgelegt. Er unterliegt vielen einzelnen Einflussfaktoren, die kontinuierlich beobachtet und bewertet werden und in der Folge zu einer regelmäßigen Neufestsetzung des Auszahlungspreises führen.

Auf Seiten der Molkereien spielen vor allem die Kosten für Betriebsstätten und Technik, Personal, Energie, Transport sowie für die kontinuierliche Weiterentwicklung und Neuentwicklung von Produkten eine Rolle.

Daneben sind die Preisentwicklungen für Milch und Molkereiprodukte auf dem Weltmarkt  von immer größerer Bedeutung. Denn längst werden die in Deutschland produzierten Milchprodukte nicht mehr nur in Deutschland verkauft und längst konkurrieren deutscher Joghurt, deutsche Butter und deutscher Käse im Handel mit ausländischen Produkten.

Weil auf dem Weltmarkt die Preise für Milchprodukte aber nicht in Euro, sondern oft in US-Dollar berechnet werden, spielt neben der Nachfrage nach einzelnen Milchprodukten auf dem globalen Markt auch der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro eine sehr wesentliche Rolle für alle Kalkulationen seitens der Molkereien im deutschen Markt.

Auch politische Entscheidungen beeinflussen den Milchpreis

Seit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), aus der später die Europäische Union (EU) hervorging, werden die Preise für Milch und Milchprodukte, aber auch der Milchauszahlungspreis für den Milcherzeuger, sehr wesentlich durch Entscheidungen auf politischer Ebene mit beeinflusst.

Neben den Beschlüssen zur EU-Agrarpolitik wirken sich die Beschlüsse und Bestimmungen der  Welthandelsorganisation (WTO) auf die Preise für Milch und Milchprodukte sowie den Milchauszahlungspreis für die Milcherzeuger aus.

Die Milchquote und die EU-Agrarreform: Einflussfaktoren auf den Milchpreis

Mit dem Beschluss der EU-Agrarreform im Jahr 2003 wurden die Beihilfen gesenkt oder beseitigt und die Garantien über Interventionspreise bzw. Referenzpreise weitgehend zurückgenommen. Milch und Milchprodukte sind damit stärker denn je den Kräften und Einflussfaktoren des freien Marktes ausgesetzt.

Lediglich die Milchquotenregelung, die noch bis zum 31. März 2015 in Kraft war, regulierte als Gegengewicht den ansonsten freien Markt, indem sie jedem EU-Mitgliedstaat und jedem einzelnen Milcherzeuger nur die Produktion einer nach oben begrenzten Menge an Rohmilch gestattet hatte („Deckelung durch Quote“). Damit wurde vorerst noch verhindert, dass die angebotene Milchmenge pro Milcherzeuger innerhalb der EU beliebig steigt und in der Folge der absolut freie Markt für Milch und Milchprodukte eingeführt wird. Allerdings wurden die Milchquoten erhöht und zum 1. April 2015 abgeschafft.

Der Einfluss der Nachfrage nach Milchprodukten auf dem Weltmarkt

Für den Endverbraucherpreis von Milcherzeugnissen sind die Lage am globalen Absatzmarkt und die Lieferverträge des Einzelhandels mit den Milchverarbeitern entscheidend.

Die weltweite Nachfrage nach Milch und Milchprodukten wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Dies hängt mit der wachsenden Weltbevölkerung und den veränderten Lebens- und Konsumgewohnheiten in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern zusammen.

Deshalb werden auch in Zukunft die Preise für Milchprodukte noch stärker schwanken als in der Vergangenheit. Die Schwankungen der Weltmarktpreise nehmen immer mehr Einfluss auf die nationalen Milchpreise innerhalb der Europäischen Union.

Internationale Handelsvereinbarungen und Handelsverträge

Seit Mitte der neunziger Jahre verhandeln die wichtigen Staaten und Wirtschaftregionen der Welt in der Welthandelsorganisation (WTO) bessere Bedingungen für den weltweiten Handel von Waren und Dienstleistungen. Die Verhandlungen haben das Ziel, den direkten Zugang zu ausländischen Märkten zu ermöglichen – auch zu den nationalen Märkten für Milchprodukte. Die Abschottung der eigenen Märkte vor ausländischen Wettbewerbern soll durch Handelsbeschränkungen beseitigt werden.

Bereits 1995 mussten die EU-Staaten ihre eigenen Märkte für Milch- und Milchprodukte für Drittstaaten teilweise öffnen. Internationale Handelsvereinbarungen der EU-Mitgliedstaaten mit Nicht-EU-Staaten führten zu Zollsenkungen für Importe in die EU und zu zusätzlichen zollreduzierten Importquoten. Die Einfuhren von Milchprodukten in die EU wurden dadurch erleichtert. Außerdem musste die EU ihre Subventionen auf Milchexporte in Länder außerhalb der EU begrenzen. All diese Maßnahmen haben zur Folge, dass sich der Druck auf die Preise für Milchprodukte am deutschen Markt erhöht.

Milkipedia - Das Milchlexikon

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