Quelle: Linkes Foto: aussi97 / www.photocase.com; Rechtes Foto: soundboy / www.photocase.com;

Wie sind die Geschäfte zwischen Handel und Molkereien geregelt?

Der Markt für Milchprodukte unterliegt einem harten Wettbewerb. Wie die Akteure anderer Branchen an anderen Märkten müssen sich auch Molkereien (also: Milchindustrieunternehmen) gegen Mitbewerber am Markt, sogenannte Wettbewerber, durchsetzen, regelmäßig neue Angebote ihrer Produkte beim Handel einreichen und mit diesem immer wieder neue Abnahmepreise aushandeln.

Ausschreibungen, Preisverhandlungen und Lieferverträge

Zweimal im Jahr, in der Regel im Frühjahr und im Herbst, kommen Molkereien wie Nordmilch, Müllermilch, Humana Milchunion und Milch-Union Hocheifel mit Lebensmitteleinzelhändlern wie Norma, Plus, Aldi und Rewe für Verhandlungen zusammen, um sich auf einen Einkaufspreis zu einigen, der den Molkereien für ihre Milchprodukte, gewöhnlich für die nächsten 6 Monate, gezahlt wird.

In einem sogenannten Ausschreibungsverfahren haben die Verarbeiter von Milch und Hersteller von Milchprodukten die Möglichkeit, Preisangebote für eine bestimmte „ausgeschriebene“ Menge an bestimmten „ausgeschriebenen“ Produkten beim jeweiligen Handelsunternehmen einzureichen. Basierend auf diesen Angeboten finden anschließend Verhandlungsgespräche statt und werden Abnahmeverträge geschlossen. Je nach Marktlage und je nachdem, um welches Produkt es sich im Einzelnen handelt, beträgt die Laufzeit der Verträge derzeit in der Regel zwischen vier Wochen und zwölf Monaten, Die ausgehandelten Preise werden vertraulich behandelt, also nicht veröffentlicht.

Die Belieferung der großen Einzelhandelsketten erfolgt für gewöhnlich direkt durch die Molkerei. Dies garantiert größtmögliche Frische und erspart Lagerkosten. Für die Milchindustriebetriebe freilich bedeutet es eine zusätzliche Investition in Logistik, Fahrzeuge und Personal.

Der Lebensmitteleinzelhandel schreibt Mengen und Preise aus – diejenige Molkerei bekommt dann den Zuschlag, die ein entsprechendes Angebot abgegeben hat.

Einflüsse auf die Preisverhandlungen

Das Ergebnis der Preisverhandlungen wird von verschiedenen Faktoren, wie Angebot, Nachfrage und den internationalen Märkten beeinflusst. Der Milchmarkt im ersten Halbjahr 2008 zeichnete sich durch ein großes Angebot und eine zurückhaltende Nachfrage sowie wenig günstige Exportbedingungen aus. Folglich kam es bei den Preisverhandlungen der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel im April 2008 zu deutlichen Preisabschlägen und niedrigeren Abschlüssen bei vielen Produkten. Dies wiederum führte zu sinkenden Auszahlungspreisen seitens der Molkereien an die Milcherzeuger.

net news

Das Kuhiz

Für welche Kostenpunkte gibt der Milcherzeuger am meisten aus?

FA Kuh

Milkipedia - Das Milchlexikon

Weiße Linie

Der Markt für Milch und Milchprodukte beim Lebensmittelhandel wird in Fachkreisen in zwei Hauptkategorien eingeteilt: Die Weiße Linie und die Gelbe Linie.

Milchmädchen

Wohin fließt die verarbeitete Milchmenge?

Export 46%
Lebensmittelhandel 38%
Industrie, Ernährungsgewerbe, Großverbraucher 16%weiterlesen