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Vom Tante-Emma-Laden zum Discounter

Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat sich in den letzten Jahren enorm verändert und umstrukturiert. Die Entwicklungen zeigen, der Trend geht eindeutig weg vom Bedienungsladen mit Theke hin zum Selbstbedienungsladen bzw. Discounter. Während die Zahl der Geschäfte sinkt, nimmt die Verkaufsfläche bis heute weiter zu und in keinem anderen westeuropäischen Land werden Lebensmittel so preisgünstig verkauft wie in Deutschland.

Der Verbraucher von heute achtet beim Lebensmitteleinkauf zunehmend auf billige Preise und so konnten die großen Discounter ihren Marktanteil in den letzten Jahren vergrößern und ihre Marktposition sichern.

2006 steigerten die Discounter ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr 2005 um rund 6,6 Prozent, wohingegen die Supermärkte lediglich eine Umsatzsteigerung von 2,9 Prozent verzeichnen konnten. Unterm Strich erreichen die Discounter heute in Deutschland einen Markanteil von rund 43 Prozent und Schätzungen zufolge kann dieser Anteil mittelfristig sogar auf 50 Prozent ausgeweitet werden.



Die Aldi Gruppe liegt mit einem Umsatz von 27 Milliarden Euro und mit über 400 Filialen an der Spitze der Discounter, gefolgt von den Lidl, Plus und Penny Märkten.


Typische Charaktermerkmale der Discounter wie z.B: Aldi oder Lidl sind:

  • die hohe Konzentration auf ein relativ begrenztes Warensortiment
  • wenige jedoch umsatzstarke und ‚schnelldrehende’ Produkte
  • eine einfache Warenpräsentation
  • große Verkaufflächen
  • hoher Anteil sog. Handelsmarken (Produkte tragen spezielle Eigennamen des jeweiligen Handelshauses)

Dieses Konzept ermöglicht den Anbietern einen großen Flächenumsatz bei relativ niedrigen Laden- und Personalkosten. Niedrige Handelsmargen, kombiniert mit niedrigen Einkaufspreisen (aufgrund der großen Mengen in Verbindung mit Logistikvorteilen) erlauben den Discountern ihre Produkte zu niedrigen Verkaufspreise zu veräußern.

Doch unter den großen Discountern herrscht harter Wettbewerb. Dies beschert dem Handel im Vergleich zu anderen europäischen Ländern recht niedrige Umsatzrenditen, die von relativ hohen Miet- und Stromkosten begleitet werden. Auf der anderen Seite steht dem Verbraucher in Deutschland europaweit die größte Verkaufsfläche pro Einwohner zur Verfügung. In keinem anderen Land gibt es so viel Ladenfläche wie in Deutschland.

Das Verschwinden kleiner Supermärkte

Durch die zunehmende Verbreitung der Discounter wurden andere Händler vom Markt gedrängt. Dies sind vorwiegend die Lebensmittelhändler, die ihre Produkte auf kleinen Verkaufsflächen anbieten. So ist z.B. die Anzahl von Geschäften mit einer Verkaufsfläche von unter 400 Quadratmetern von 56.000 1993 auf rund 33.000 2006 gesunken.

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