Verbraucher über die Preisentwicklung bei Milchprodukten
Was denkt eigentlich der Verbraucher über Preisschwankungen, Milchboykott und leere Regale in den Supermärkten? Eine Umfrage gibt Aufschluss!
Die Studie
Vor dem Hintergrund massiver Preisschwankungen bei Milch und Milchprodukten und mit Blick auf den Milchlieferboykott im Frühsommer 2008 führte das Marktforschungsinstitut Dialego im Juni 2008 eine Umfrage zu den Ursachen der „Milchpreiskrise“ durch (Studie siehe unten im Anhang).
Fast alle Verbraucher, nämlich 98 Prozent der Befragten, waren sich der starken Preisschwankungen bei Milchprodukten im Frühsommer 2008 bewusst. Doch worin sehen die Verbraucher die Ursachen für die instabilen Preise? Und welche Lösungen befürworten sie?
Gründe für die Milchpreisschwankungen
Die Verbraucher machten in der Umfrage unterschiedliche Gründe für die Preisschwankungen verantwortlich. Viele Befragte waren der Meinung, dass das Gewinnstreben des Handels (55 Prozent) und der Molkereien (40 Prozent) Ursache für die Preisschwankungen seien. Den Verbrauchern ist jedoch bewusst, dass die Ursachen wesentlich komplexer sind. Einige Befragte nannten die Überproduktion in Deutschland (20 Prozent) und Europa (22 Prozent) als mögliche Faktoren für die starken Schwankungen der Preise für Milch und Milchprodukte. Die Rolle der Subventionspolitik traf auf geteilte Resonanz. Während 18 Prozent der Befragten der Überzeugung waren, dass zu hohe Subventionen der deutschen Landwirtschaft für die Preisschwankungen verantwortlich waren, gaben 16 Prozent zu niedrige Subventionen als Grund an.
Preisforderungen und Preiserhöhungen
Eine Mehrzahl der Befragten (71 Prozent) – vor allem ältere Personen – empfanden die Forderungen der Milcherzeuger von 43 Cent als Basispreis pro Kilogramm Milch als gerechtfertigt. Über ein Drittel der Befragten unterstützte zudem die angekündigte Preisanhebung der Supermarktkette Lidl für Milch und Butter um 10 bzw. 30 Cent.
Lösungswege zur Preisstabilisierung
Uneinigkeit gab es bei der Frage, wie Preise am Milchmarkt in Zukunft stabilisiert werden könnten. 27 Prozent der Befragten sahen im Abbau der Subventionen für die deutsche Landwirtschaft eine mögliche Lösung. 21 Prozent hingegen befürworteten eine Erhöhung der Subventionen.
Unterschiedliche Wahrnehmungen gab es auch zur Rolle der internationalen Milchmärkte. Während 19 Prozent der Befragten angaben, dass sich der deutsche Markt für Milchimporte aus anderen europäischen Ländern weiter öffnen sollte, waren ebenso 19 Prozent der Meinung, dass sich Deutschland aus dem internationalen Milchmarkt zurückziehen sollte.
Fazit
Die repräsentative Umfrage der Dialego AG ergibt ein interessantes Bild. Zuerst wird deutlich, dass die Preisschwankungen fast allen Verbrauchern bewusst sind. Während die Milcherzeuger die prinzipielle Unterstützung der Verbraucher erhielten, machten diese den gewinnorientierten Handel und die Molkereien für die Preisschwankungen verantwortlich. Den Befragten ist jedoch bewusst, dass die Ursachen der instabilen Preise wesentlich vielschichtiger sind.
Knapp die Hälfte rechnete mit weiteren Diskussionen über die Preisgestaltung, etwas mehr sogar mit Preissteigerungen bei Milchprodukten.
Obwohl laut Studie eine nicht geringe Anzahl der Verbraucher prinzipiell sogar Preiserhöhungen bei Milchprodukten im Supermarkt unterstützt, ist jedoch klar, dass die Verbraucher auf Preiserhöhungen im Allgemeinen sehr sensibel reagieren. Folglich werden entweder weniger Milchprodukte gekauft oder es wird auf vergleichbare, aber günstigere Produkte umgestiegen.
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