Stimmt das? Aufklärung von Milchmythen

Milch ist gesund, das ist allgemein bekannt. Jedoch kursieren viele Fragen und Gerüchte! Einigen alltäglichen Phänomenen rund um die Milch wird hier auf den Zahn gefühlt.

Milch mit Honig hilft beim Einschlafen?

Wenn wir als Kinder nicht einschlafen konnten, brachte uns unsere Mutter immer heiße Milch mit Honig. Stimmt es, dass Honigmilch beim Einschlafen hilft?

Milch besitzt einen Inhaltsstoff, der zusammen mit dem Zucker des Honigs zu einem Botenstoff umgebaut werden kann. Im Gehirn wirkt dieser Botenstoff auf die Schlafsteuerung und kann so beim Einschlafen helfen.

Verkalken, wenn ich Milch trinke, meine Gefäße?

Dass Milch reich an Kalzium ist, heißt nicht, dass Milch kalkhaltig ist. Der Verzehr von Milch und Milchprodukten führt nicht zu Arterienverkalkung, auch Arteriosklerose genannt.

Schädigt der Milchzucker die Zähne?

Zwar enthält Milch auch Zucker, aber der Milchzucker wird von den Bakterien im Mund, den Plaque-Bakterien, kaum zur Energiegewinnung genutzt. Der Milchzucker befindet sich nur eine sehr kurze Zeit auf den Zähnen, schadet den Zähnen somit nicht. Im Gegenteil - Das Kalzium in der Milch festigt den Zahnschmelz. Auch wird die Anhaftung von Bakterien am Zahn verringert und zahnschädigende Säuren werden durch Milchprodukte neutralisiert.

Zwar ersetzt Milch nicht das Zähneputzen, ist aber sehr gesund für die Zähne.

Beugt Milch Osteoporose vor?

Bei älteren Menschen, die unter Osteoporose leiden, ist die Knochenmasse meist stark reduziert, so dass die Knochen leicht brechen können. Kalzium ist wichtig für den Knochenaufbau und später für die Knochengesundheit, aber Kalziummangel ist kein alleiniges Indiz für Osteoporose. Die Hauptgründe für Osteoporose liegen entweder im genetischen Erbgut, an einer geringen Vitamin D-Aufnahme oder an zu viel körperlicher Belastung. So kann zum Beispiel viel Sonne der Osteoporoseprävention helfen, da Sonne die Vitamin D-Aufnahme fördert und somit das Kalzium im Körper besser für die Knochenmasse genutzt werden kann. Das Kalzium in der Milch ist wichtig für unsere Knochen. Milchtrinken kann Osteoporose vorbeugen und das Skelett festigen, aber nicht allein vor Osteoporose schützen. (siehe unten Artikel "Calcium, Milch und Knochengesundheit")

Ist Milch ein Kalziumräuber?

Mit den Mythen hat sich ein Wissenschaftlerteam um Luise Schumann vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung, Gießen beschäftigt. Die Ernährungswissenschaftlerin hat in der Zeitschrift "Ernährung im Fokus" Studien zur Milch auf diese Aspekte beleuchtet und kommt zu dem Schluss: Milch und Milchprodukte sind keine "Kalziumräuber", sondern liefern Kalzium mit einer guten Bioverfügbarkeit. Zwar tragen die enthaltenen schwefelhaltigen Aminosäuren zu einer vermehrten Kalziumausscheidung über den Urin bei, in der Summe ist die Kalziumbilanz beim Konsum von Milch und Milchprodukten jedoch positiv. (siehe unten Artikel "Calcium, Milch und Knochengesundheit")

Verschleimen nach dem Milchverzehr die Atemwege?

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass der Verzehr von Milch nicht zu einer erhöhten Schleimbildung während Atemwegserkrankungen führt. Die Annahme, dass Milch Schleim bildet, steht meist im Zusammenhang mit der Benennung des einen Zuckers aus dem der Milchzucker, Laktose aufgebaut ist. Laktose als Doppelzucker besteht aus zwei Einfachzuckern, der Glukose und der Galaktose. Die Galaktose wird auch Schleimzucker genannt, da sie, in anderer Form, im Nasen- und Rachenschleim vorkommt. Die Bezeichnung hat nichts mit der schleimbildenen Wirkung zu tun. Milch verschleimt die Atemwege nicht. Oft ist die Atemwegsinfektion allein für die erhöhte Schleimbildung verantwortlich.

Welchen Einfluss hat Milch auf die Nierensteinbildung?

Hauptbestandteil der Nierensteine ist Kalzium. Da Milch viel Kalzium enthält (100ml enthalten 120mg), besteht die Vermutung, dass Milch die Nierensteinbildung fördert. Von Forschern konnte diese Behauptung nicht bestätigen werden. Um der Nierensteinbildung vorzubeugen, sollte vor allem viel Flüssigkeit zu sich genommen werden. Nur bei einer länger anhaltenden erhöhten Kalziumaufnahme von über 1,500mg kann die Wahrscheinlichkeit der Bildung von Nierensteinen steigen. 1,500mg entspricht einer Menge von 1,25 Liter Vollmilch.  

Macht Milch dick?

Milch weist ein sehr effektives Verhältnis von Energie zum Nährstoffgehalt auf. Das heißt, dass Milch dem Körper nicht nur Energie liefert, sondern auch wichtige Vitamine und Nährstoffe. Aus diesem Grund ist Milch ein sehr gesundes Produkt, auf das beim Abnehmen nicht verzichtet werden sollte. Zudem tragen die Milch und die Produkte, die aus ihr hergestellt werden, nur zu 16 Prozent zur täglichen Fettaufnahme bei. Wer abnehmen möchte, kann fettreiche Milchprodukte wie Rahm durch fettärmere Produkte, wie Joghurt oder Buttermilch, ersetzen.

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