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Privater Verbrauch

Welche Milchprodukte sind bei deutschen Verbrauchern besonders beliebt? Wie hat sich der Verbrauch von Milchprodukten in den privaten Haushalten während der letzten Jahre in Deutschland entwickelt?

Wieviel Milch und Milchprodukte verzehrt der Bundesbürger?

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Milch und Milchprodukten wird in Kilogramm berechnet. Das gilt auch für Trinkmilch: Ein Liter Milch entspricht 1,02 Kilogramm Milch, da Milch nicht nur Wasser, sondern auch Fett, Eiweiß, Mineralien, usw. enthält.



Am häufigsten greifen die Bundesbürger nach Konsum- oder Trinkmilch sowie Buttermilch. Trinkmilch (oder Konsummilch) ist dabei die vorbehandelte voll- bzw. teilentrahmte Milch. Im Durchschnitt verbrauchte jeder Bundesbürger im Jahr 2008 66,8 Kilogramm Konsummilch, gefolgt von Sauermilch- und Milchmischgetränken (29,5 Kilogramm). Hierzu zählen auch Joghurtprodukte, die allein mehr als die Hälfte der Menge innerhalb dieser Gruppe ausmachen (17,8 Kilogramm).

Daneben konsumierten die Bundesbürger 2008 im Schnitt 6,4 Kilogramm Butter, 5,9 Kilogramm Sahneerzeugnisse und 22,3 Kilogramm Käse. Zur Herstellung eines Kilogramms Butter braucht man 22 Kilogramm Milch, für ein Kilogramm Käse werden 8 bis 10 Kilogramm Milch benötigt.


In Deutschland wächst der Appetit auf Käse

Käse schließt nicht nur den Magen; längst begleitet er in Deutschland nahezu jede Mahlzeit. Das belegen jüngste Untersuchungen zum Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung. Demzufolge verzehrt jeder zweite deutsche Verbraucher mehrmals in der Woche Käse, jeder fünfte Verbraucher sogar jeden Tag.
 
Bis 2008 ist der Verbrauch an Käseprodukten in Deutschland kontinuierlich angestiegen – auf derzeit 22,3 Kilogramm jährlich pro Person. Im Vergleich zum Jahr 2000 bedeutet dies einen Anstieg um nahezu ein Drittel oder jeweils ein Kilogramm mehr von Jahr zu Jahr.

Besonders gestiegen, nämlich um 50 Prozent, ist der Verzehr von Snackprodukten und Artikeln aus halbfestem Schnittkäse. Zusammen erreichen sie einen Jahresumsatz von 38 Millionen Euro.  

Ebenfalls stark wachsend ist die Warengruppe der sogenannte Selbstbedienungskäse, kurz SB-Käse. Durchschnittlich werden in einem deutschen Haushalt rund 16,3 Kilogramm SB-Käse pro Jahr verzehrt. Ein Drittel davon sind Hart- und Schnittkäse.
 



Mehr Zahlen und Fakten zum Pro-Kopf-Verbrauch es hier.

Steigende Preise verderben leider den Appetit

Trotz seiner konstant hohen Lust auf Milch und seines wachsenden Appetits auf Käse zeigt sich der deutsche Verbraucher preisbewusst. Die steigenden Preise bei Milchprodukten 2007 schmeckten ihm nicht und er reduzierte den Pro-Kopf-Verbrauch an Milchprodukten teilweise merklich.

Auch im Jahr 2008 führten die steigenden Preise im Bereich der Milchprodukte – im Wesentlichen eine Folge der erheblich gestiegenen Energiepreise sowie der allgemein gestiegenen Preise für Nahrungsmittel und die gesamte übrige Lebenshaltung – zu einem deutlich zurückhaltenderen Konsum.

Der Verbrauch von Butter, Joghurt, Quark und Milchgetränken sank in den Monaten zwischen Januar und August 2008 um einen Anteil von bis zu 8 Prozent.

Auch auf dem Käsemarkt, also dem Bereich der Milchprodukte, der in den letzten Jahren noch am stärksten gewachsen war, ist 2008 ein deutlicher Absatzrückgang zu verzeichnen: Bis Ende Mai 2008 fiel die Nachfrage nach Käse um knapp 30 Prozent, bei Sorten wie Edamer und Gouda sogar fast um 40 Prozent.

Verstärkende Wirkung auf diese Tendenz scheint die Marktsituation im Frühsommer 2008 gehabt zu haben:  Nach kurzzeitigen Hamsterkäufen kurz vor der vom Einzelhandel angekündigten Preiserhöhungen von 10 Cent für den Liter Milch kam ein Absatzeinbruch von sehr erheblichem Ausmaß: laut GfK-Haushaltspanel kauften die privaten Haushalte in Deutschland im Juni 2008 rund 13,5 % weniger Konsummilch als im Vormonat. – Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Verbraucher im Moment (noch) nicht bereit ist, höhere Preise bei Milchprodukten zu akzeptieren und im Zweifelsfall sein Konsumverhalten zuungunsten der Milchprodukte ändert.

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