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Preise und Ausgaben

Trotz international steigender Preise sind Lebensmittel in Deutschland im Vergleich mit den übrigen Ländern der Europäischen Union (EU) noch immer ausgesprochen günstig.

Dies gilt sowohl für den direkten Vergleich (Was kostet ein bestimmtes Produkt in Deutschland? Was kostet es in einem anderen EU-Land?) als auch hinsichtlich des Anteils am Nettoeinkommen, den ein Bundesbürger für die Grundversorgung mit Lebensmitteln ausgeben muss, im Vergleich, zum Beispiel, zu einem Franzosen, einem Italiener oder einem Polen. Insbesondere eröffnet sich dadurch die Möglichkeit zu einer preisgünstigen Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Milchprodukten.

Steigende Preise – sinkender Konsum

Lebensmittel in Deutschland sind in den letzten Jahren etwas teurer geworden. Dies lag vor allem an den weltweit gestiegenen Kosten für Energie sowie an der hohen Nachfrage nach Agrarrohstoffen, nicht zuletzt für die Bioenergieproduktion. Im Jahr 2010 stieg der Preisindex für Nahrungsmittel auf 112,5 um 1,4 Prozent (Preisindex 2009= 110,9). 

Diese Tendenz hat sich insgesamt spürbar nachteilig auf den Konsum in Deutschland ausgewirkt. Obwohl die konjunkturelle Stimmung insgesamt sehr positiv war und die Wirtschaft nach der Wirtschaftskrise wieder wuchs. Die überraschend schnelle Erholung der deutschen Volkswirtschaft nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise war eines der herausragenden Ereignisse des Jahres 2010. In Deutschland hat sich das Bruttoinlandsprodukt als umfassender Indikator für die gesamtwirtschaftliche Leistung gegenüber dem Vorjahr um preisbereinigt 3,6 Prozent erhöht. Das war die höchste jährliche Wachstumsrate seit der deutschen Vereinigung. Allerdings ist damit das Vorkrisenniveau noch nicht ganz erreicht. Die ökonomische Fachwelt war noch Ende 2009 davon ausgegangen, dass der Aufholprozess wesentlich länger dauern würde. Im Jahresdurchschnitt 2010 betrug die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten Arbeitslosen nach Definition des Sozialgesetzbuches (SGB) rund 3,24 Millionen. Dies entspricht einer Abnahme von 179 000 registrierten Arbeitslosen (– 5,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Nettoeinkommen sind teilweise deutlich gestiegen, trotzdem reagieren deutsche Verbraucher mit Kaufzurückhaltung auf Preissteigerungen bei Lebensmitteln.

Milch und Käse sind nirgends so günstig wie in Deutschland

Trotz der gestiegenen Preise sind Nahrungsmittel in Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Staaten relativ günstig. Genauer gesagt liegen die Nahrungsmittelpreise in Deutschland im Mittelfeld.

Besonders günstig sind in Deutschland Milch und Käse. Ein Bundesbürger bezahlt für diese Produkte rund 25 Prozent weniger als ein Franzose, ein Italiener, ein Spanier, ein Belgier, ein Däne, Schwede oder Brite dafür zahlen muss.

Verbraucherpreise für Milchprodukte: Wieviel Geld gab eine deutsche Familie im Jahr 2010 für Milchprodukte aus?

Ein deutscher Haushalt hat 2010 im Schnitt 314,79 Euro für Milchprodukte ausgegeben. Das waren 2,36 Euro mehr als im Vorjahr, aber fast 23,00 Euro weniger als im Rekordjahr 2008. Dies geht aus den Erhebungen der GfK hervor, wie die Zentrale Milchmakrt Berichterstattung (ZMB) berichtet. Dabei steigen die Ausgaben für Produkte der weißen Linie im Schnitt um 2,44 Euro und die für Butter um 5,72 Euro, während für Käse 4,81 Euro weniger aufgewendet wird. Für ein Kilogramm Käse wurden 2010 im Schnitt 6,43 Euro augegeben (-19 Cent zum Vorjahr).

Milch macht stark, aber nicht arm

Nach wie vor sind Lebensmittel in Deutschland günstig – allen voran Milch und Käse. Entsprechend gering ist folglich auch nach wie vor der Anteil an den Gesamtausgaben eines durchschnittlichen deutschen Privathaushalts, der auf Milch und Käse entfällt – und dies obwohl der Verzehr von Milch und Käse bis 2010 tendenziell angestiegen ist.

Insgesamt haben deutsche Verbraucher im Jahr 2010 1.370 Milliarden Euro für ihre Lebenshaltung aufgewendet. Die Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke liegen mit 151 Milliarden Euro an dritter Stelle, nach den Ausgaben für Wohnen und Verkehr.




Damals und heute: Nahrungsmittelausgaben im Vergleich

Im Vergleich zu früher geben deutsche Verbraucher einen immer geringeren Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Das liegt zum einen am wachsenden Einkommen der Bundesbürger und zum anderen daran, dass die Nahrungsmittelpreise bis 2007 einigermaßen stabil waren bzw. nur leicht gestiegen sind.

Vor knapp vierzig Jahren, im Jahr 1970, gaben die Bürger der damaligen Bundesrepublik Deutschland noch fast 19 Prozent ihrer Konsumausgaben für Nahrungsmittel aus –  im wiedervereinigten Deutschland waren es 2009 nur noch 11 Prozent. Gestiegen sind dafür die Ausgaben für Miete, Strom und Heizung: von 1970 bis 2009 von 17,6 Prozent auf 24,4 Prozent.


3 Minuten Arbeitszeit für einen Liter Milch

Mit anderen Worten: Heute müssen deutsche Arbeitnehmer viel weniger Arbeitszeit aufwenden, um sich Nahrungsmittel, z.B. ihr Glas Milch und ihr Stück Butter, zu kaufen. 9 Minuten musste ein Arbeitnehmer vor knapp 40 Jahren (1970) für einen Liter Milch arbeiten – 2009 waren es nur noch 3 Minuten. Für 250 Gramm Butter waren es 1970 gar 22 Minuten Arbeitszeit im Vergleich zu 4 Minuten im Jahr 2009.

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