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Milchpreise: Hilft ein Mindestpreis?

In Zeiten von "Opel und Acandor" werden wirtschaftliche Schwierigkeiten gerne mit marktwirtschaftsfremden Methoden angegangen. So geht es auch der Milchwirtschaft.

Die Milchpreise sind niedrig, der Absatz schleppend. Über die Gründe ist schon viel berichtet worden, keiner weiß eine schnelle Lösung. Wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch, wird man das Ende der Krise abwarten müssen und irgendwann werden die Preise wieder steigen.

Mindestpreis in Frankreich

In Frankreich wurde nun ein neues Instrument erfunden: Der Mindestpreis. Molkereien und Landwirte einigten sich auf eine Empfehlung (ohne Rechtsanspruch), wonach Molkereien im Jahresschnitt 2009 zwischen 26 und 28 Cent je Liter an den Landwirt zu zahlen haben. Das erscheint viel, schaut man auf die deutschen Milchpreise, die derzeit im Schnitt bei 23 Cent dümpeln. Ist die Lage also in Frankreich besser oder sind die Franzosen schlauer?

Nicht wirklich, denn in den letzten Jahren hat Deutschland im Schnitt immer mehr ausbezahlt als der Nachbar. Und auch die Kunden der französischen Molkereien sind die gleichen ihrer deutschen Kollegen. Aldi, Lidl und Co. sind erfolgreich in Frankreich unterwegs und auch europaweit aufgestellte Süßwarenhersteller kaufen das gleiche Milchpulver, leider immer dort, wo es am billigsten ist, im deutschen oder französischen Milchpulversack.

Theorie und Praxis

Was steckt also hinter der Vereinbarung, wenn sie angeblich nicht funktionieren kann? Frankreich hat seine Milchpreise in 2007/2008 später angehoben als Deutschland. Nun senkt auch Frankreich später seinen Milchpreis. In den ersten Monaten des Jahres 2009 lag der Milchpreis in Frankreich noch bei 35 Cent. Rechnerisch heißt das, dass Frankreich nun seinen Milchpreis überproportional senken darf (und muss), um einerseits den Marktgegebenheiten Rechnung zu tragen und andererseits den Jahresschnitt von 26 bis 28 Cent (je nach Molkereityp) nicht zu unterschreiten. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass bereits heute schon Molkereien in Frankreich teilweise 21 Cent auszahlen. Das heißt: Auch ein Mindestpreis hilft nicht wirklich und würde wahrscheinlich auch vom deutschen Kartellamt verboten werden.

Echte Mindestpreise gab es früher: Die hießen staatliche Interventionspreise und führten zu Butterbergen und Milchpulverseen. Der Ministerrat in Brüssel hat diese Art der Preisfestlegung drastisch geändert und die Preise um 25 Prozent gesenkt. Von dieser Verantwortung redet nur heute keiner mehr.

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