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Lebensmittel richtig kennzeichnen, aber nicht alles ist wirklich „analog“

In der Diskussion um Analoge werden fälschlicherweise vermehrt auch traditionelle Produkte wie Schmelzkäse als Imitate bezichtigt. Dabei ist in erster Linie die Lebensmittelkennzeichnung ausschlaggebend.

Lebensmittelanaloge sind leicht erkennbar und für den Verbraucher ungefährlich. Was fehlt sind allerdings zwei Dinge: Erstens, die Produkte müssen für den Endverbraucher korrekt gekennzeichnet werden und zweitens, muss die Lebensmittelüberwachung den ersten Punkt konsequent überprüfen und ggf. ahnden. Das Problem als solches ist sehr alt. Gute Produkte der Lebensmittelwirtschaft haben ihren Preis, nicht zuletzt erwartet und verdient auch der Landwirt seinen Anteil am Wertschöpfungsprozess. Findige Labortechniker schaffen es immer wieder, Lebensmittel so herzustellen, dass sie ihren Originalen sehr ähnlich sind. Geruch, Geschmack, Aussehen – alles lässt sich heute durch moderne Produktionstechnik beeinflussen, auch mit günstigen Rohstoffen, die dann gegen die Originale ausgetauscht werden.

Niemand ist dagegen, erwarten darf jedoch der Verbraucher, dass das Richtige auf der Packung steht. "Wo Käse drauf steht, muss auch Käse drin sein", forderte schon früh der Milchindustrie-Verband. Das Problem der Kennzeichnung scheint aber in der Weiterverarbeitung zu liegen. Produktanaloge werden beim Verlassen des Herstellungswerkes richtig gekennzeichnet, der Weiterverarbeiter "veredelt" dann aber rechtswidrig. Wenn z. B. ein "Käsebrötchen" nur mit Analogprodukten belegt wird, ist es eben kein "Käsebrötchen". Die Kennzeichnung ist falsch, der Verbraucher getäuscht. Zusätzliche Gesetze sind nicht erforderlich: Überwachen, untersuchen und ggf. ahnden ist wichtig und ausreichend.

Allerdings treibt die derzeitige Diskussion auch falsche Blüten: einige gute traditionelle Produkte, wie z. B. Schmelzkäse, werden fälschlicherweise in einen Topf mit Analog-Produkten geworfen. Das  ist falsch! Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen sind seit vielen Jahrzehnten hochwertige Käseerzeugnisse und keine Lebensmittelanaloge. Der Verbraucher kennt und schätzt diese Produkte, wo in einem traditionellen Verfahren echter Käse mit verschiedenen Zutaten aufgeschmolzen wird. Der Zusatz der (rechtlich zugelassenen) Schmelzsalze ist erforderlich, damit ein homogener Käseteig entsteht und sich die Molke nicht von Fett und Eiweiß trennt. So entsteht ein eigenständiges Käseprodukt, das korrekt gekennzeichnet auf den Markt kommt und unter die deutsche Käse-Verordnung fällt, wo ihm eigene Paragrafen und Vorschriften gewidmet sind. Schmelzkäse und deren Zubereitungen sind deshalb keine Käseanaloge, wie in jüngster Zeit immer wieder fälschlicherweise behauptet wird.

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