Die weltweite Wirtschaftskrise lässt sich immer mehr mit Zahlen belegen. Anstatt einem Plus erwartet die Einzelhandelsbranche in diesem Jahr ein Minus von 2 Prozent!
Die Rezession trifft den deutschen Einzelhandel mit voller Kraft: Im Vergleich zum Juni 2008 sank der reale Umsatz in der Branche mit 1,6 Prozent unerwartet stark. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Beide Monate zählten je 25 Verkaufstage, so dass der Rückgang nicht auf Sondereffekte zurückgeht. Von Januar bis Juni 2009 setzte der Einzelhandel 2,3 und real 2,1 Prozent weniger um als noch vor einem Jahr.
Auch die aktuellen Zahlen sind unerfreulich: Im Juni nahmen die Händler 1,6 Prozent weniger ein als im Vormonat. Bereinigt um Preisschwankungen fiel das Minus mit 1,8 Prozent sogar noch etwas größer aus. Experten hatten ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet.
Für das Gesamtjahr erwartet der Branchenverband HDE (Hauptverband des Deutschen Einzelhandels) nun ein Minus von etwa 2 Prozent, obwohl das von den GfK-Marktforschern ermittelte Konsumklima für August auf den höchsten Stand seit Juni 2008 gestiegen war. Grund zur Panik besteht nach Angaben des HDE nicht: Die Zahlen seien zwar schlecht – bewegten sich aber im Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen. Der HDE befürchtet vor allem im Herbst Rückschläge, sollte die Arbeitslosigkeit wie von den meisten Experten erwartet spürbar steigen.
Die größten Umsatzeinbußen mussten im Juni 2009 Kauf- und Warenhäuser hinnehmen. Sie hatten 5,7 Prozent weniger in den Kassen als vor einem Jahr. Ähnlich schlecht lief es für Bäcker, Fleischer und andere Lebensmittel-Fachhändler. Sie meldeten ein Minus von 4,1 Prozent. Gegen den Trend legte der Umsatz mit Kosmetik, pharmazeutischen und medizinischen Produkten um 2,1 Prozent zu. Auch der Internet- und Versandhandel meldete einen Zuwachs von 1,8 Prozent.
Auch die Discounter kommen weit schlechter durch die Krise als erwartet: Nach Berechnungen der Marktforschungsgesellschaft GfK, die monatlich die Einkaufsbons von 30.000 Konsumenten auswertet, sind die Umsätze bei Aldi im ersten Halbjahr 2009 um 4,1 Prozent gesunken. Das Minus war damit noch stärker als der durch Preissenkungen verursachte Schwund. Auch beim Erzkonkurrenten Lidl läuft das Geschäft nicht wie gewohnt. Laut GfK schrumpften die Umsätze im ersten Halbjahr um 0,7 Prozent – und damit stärker als bei den traditionellen Supermärkten.


Export 46%
Lebensmittelhandel 38%
Industrie, Ernährungsgewerbe, Großverbraucher 16%weiterlesen