Quelle: ...maren / photocase.com (Kuh in der Mitte)

Europäischer Wettbewerb

Die Veränderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken sich auf den Wettbewerb am Milchmarkt aus. Trotz Veränderungen in der EU und am Weltmarkt kann Deutschland seine starke Stellung im internationalen Wettbewerb behaupten.

Veränderte Rahmenbedingungen in der EU

Seit Anfang 2007 haben sich die Marktbedingungen für Milch und Milchprodukte erneut verändert.

Zum 1. Januar 2007 waren Bulgarien und Rumänien der EU beigetreten. Damit kamen für die anderen EU-Mitgliedsstaaten zwei neue potentielle Absatzmärkte hinzu, aber auch zwei neue mögliche Anbieter von landwirtschaftlichen Produkten, die sich vor allem durch die EU-Agrarpolitik Vorteile für ihre einheimischen Märkte erhofft hatten.

Jeweils im April 2007 und im April 2008 beschloss der Ministerrat der EU für Landwirtschaft aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Milchprodukten in der EU und auf dem Weltmarkt die Milchquote aufzustocken. Dieser Entscheidung lag auch die Prognose der Europäischen Kommission zum Jahresende 2007 zugrunde, dass die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten bis 2014 steigen würde. Im November 2008 hat der EU-Ministerrat für Landwirtschaft entschieden, die Milchquote von 2009 bis 2013 jährlich um ein Prozent zu erhöhen.

Trotzdem bleiben einige EU-Länder, wie Frankreich, Schweden, Großbritannien und Spanien derzeit unter ihrer Milchquote. Andere EU-Länder verzeichnen wiederum starke Schwankungen bei ihren Quoten. Zu den EU-Ländern mit einer Quoten-Überlieferung zählten Deutschland, Italien, die Niederlande, Irland und Österreich. Die Europäische Kommission schätzt, dass nur 98,5 Prozent der verfügbaren Garantiemenge von fast 137,5 Millionen Tonnen durch Milcherzeuger beliefert wurde. Nichtsdestotrotz war in der Vergangenheit die Milchanlieferung aller EU-Mitgliedsstaaten sehr stabil. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Milchquote in den kommenden Jahren als Instrument zur Marktsteuerung an Bedeutung verliert, weil die Preise einen immer höheren Druck auf das Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage ausüben.

Die landwirtschaftlichen Direktbeihilfen hatten bereits 2006 ihr endgültiges Niveau erreicht. EU-Binnenverbrauchsbeihilfen für Butter, Magermilchpulver und Magermilch zur Herstellung von Kasein wurden beseitigt. Die Europäische Kommission begründete ihre Entscheidung, die EU-Binnenverbrauchsbeilhilfen auf Null zu reduzieren, mit dem Rückgang der Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver.

Im Sommer 2007 waren die Interventionsbestände vollständig geräumt. Vorher hatten die EU-Länder meist ausreichende Interventionsbestände an Butter und Magermilchpulver vorrätig gehalten, um den Marktpreis stützen zu können. Dies wiederum hatte dazu geführt, dass sich die Preise für Milchprodukte immer auf Höhe der Interventionsverwertung befanden und sehr stabil waren. Heute liegen die Milchproduktpreise weit über der Interventionsverwertung. Außerdem weisen die Preisrelationen zwischen den Milchprodukten, die in der Vergangenheit sehr stabil waren, kurzfristig starke Veränderungen auf.

Steigende Herstellung von Milchprodukten

Als Auswirkung der steigenden Milchproduktion in der EU nahm der Wettbewerb unter den einzelnen EU-Staaten zu. Experten kommen in ihren vorläufigen Berechnungen zu dem Schluss, dass die Milchanlieferung der EU-25 (EU ohne Rumänien und Bulgarien) von 128,7 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 133,4 Millionen Tonnen im Jahr 2008 angestiegen ist.
Infolge hoher Preise wird sich in Zukunft die Produktion von Milcherzeugnissen vor allem in den neuen EU-Mitgliedsstaaten ausweiten.

Starke Position Deutschlands

Mengenmäßig bleibt Deutschland, mit Abstand vor Frankreich, der größte Milcherzeuger in der EU und somit auch größter Produzent von Milchprodukten. Fast 28 Millionen Tonnen Kuhmilch wurden 2006 in Deutschland erzeugt. In Frankreich waren es im gleichen Jahr 24,2 Millionen Tonnen. Danach folgen 2006 das Vereinigte Königreich mit 14,5 Millionen Tonnen, Polen mit knapp 12 Millionen Tonnen, die Niederlande mit fast 11 Millionen Tonnen und Italien mit 10,7 Millionen Tonnen. Im Jahr 2007 wurden bereits 28,4 Millionen Tonnen Kuhmilch in Deutschland erzeugt, während alle anderen EU-Staaten die Gesamtmenge des Vorjahres hielten oder verringerten. In 2008 ist die Milcherzeugung in Deutschland gegenüber 2007 leicht auf 28,7 Millionen Tonnen gewachsen.

2007 produzierte Deutschland zwei Millionen Tonnen Käse. Diese Menge entsprach fast einem Viertel der gesamten Käseproduktion in der EU. Frankreich erreichte 21,7 Prozent der EU-Käseerzeugung, Italien 12,9 Prozent und die Niederlande 9,0 Prozent.

Mit 446.000 Tonnen Butter im Jahr 2007 produzierte Deutschland 23,6 Prozent der gesamten Buttermenge in der EU, gefolgt von Frankreich mit 21,7 Prozent, Polen mit 9,1 Prozent, Irland mit 7,5 Prozent und den Niederlanden mit 6,9 Prozent. Im vergangenen Jahr 2008 wuchs die Butterproduktion in Deutschland weiter auf 450.000 Tonnen. Nichtsdestotrotz bleibt Deutschland bei der Butter Nettoimporteur. Die deutschen Butterexporte 2008 konnten gegenüber 2007 nochmals um 5.000 Tonnen zulegen und erreichten 100.000 Tonnen.

Unterschiedliche Ausrichtungen im Außenhandel

Was den Außenhandel angeht, konzentrieren sich 90 Prozent der deutschen Außenhandelsbeziehungen auf andere EU-Staaten.

Im Unterschied zu Deutschland sind die EU-Nachbarstaaten, wie Frankreich und die Niederlande, viel erfolgreicher im Außenhandel mit Drittstaaten.


 

Das Kuhiz

Ländervergleich 2008

Milkipedia - Das Milchlexikon

Keimzahl

Durch die Ermittlung der Keimzahl wird die bakteriologische Beschaffenheit der Milch festgestellt. Die Keimzahl gibt Aufschluss über die Anzahl der Bakterien, Hefen und Schimmelsporen in der Rohmilch. Sie ist das Kriterium für die Hygiene...

Milchmädchen

Wohin fließt die verarbeitete Milchmenge?

Export 44%
Lebensmittelhandel 40%
Industrie, Ernährungsgewerbe, Großverbraucher 16%weiterlesen