Quelle: © Ralf Siemieniec - Fotolia.com

Einflussfaktoren

Die Milchpreise für Bauern, Molkereien und Endverbraucher hängen von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, allem voran von der Nachfrage der Verbraucher nach bestimmten Produkten und damit verbunden von der Möglichkeit für die Molkereien, ihre Produkte im Handel abzusetzen.

Aber auch politische Entscheidungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie Handelsvereinbarungen zwischen einzelnen Staaten beeinflussen den Milchpreis in Deutschland.

Der Milchpreis wird vom Markt bestimmt

Der Auszahlungspreis je Kilogramm Rohmilch, den ein Milcherzeuger erhält, wird nicht willkürlich von der Molkerei festgelegt. Er unterliegt vielen einzelnen Einflussfaktoren, die kontinuierlich beobachtet und bewertet werden und in der Folge zu einer regelmäßigen Neufestsetzung des Auszahlungspreises führen.

Auf Seiten der Molkereien spielen vor allem die Kosten für Betriebsstätten und Technik, Personal, Energie, Transport sowie für die kontinuierliche Weiterentwicklung und Neuentwicklung von Produkten eine Rolle. Im Jahr 2007 und auch noch in 2008 haben insbesondere die erheblich gestiegenen Energiepreise, aber auch die starken Lohnerhöhungen zu einem massiven Anstieg der Verarbeitungskosten geführt.

Daneben sind die Preisentwicklungen für Milch und Molkereiprodukte auf dem Weltmarkt  von immer größerer Bedeutung. Denn längst werden die in Deutschland produzierten Milchprodukte nicht mehr nur in Deutschland verkauft und längst konkurrieren deutscher Joghurt, deutsche Butter und deutscher Käse im Handel mit ausländischen Produkten.

Weil auf dem Weltmarkt die Preise für Milchprodukte aber nicht in Euro, sondern oft in US-Dollar berechnet werden, spielt neben der Nachfrage nach einzelnen Milchprodukten auf dem globalen Markt auch der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro eine sehr wesentliche Rolle für alle Kalkulationen seitens der Molkereien im deutschen Markt.

Auch politische Entscheidungen beeinflussen den Milchpreis

Seit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), aus der später die Europäische Union (EU) hervorging, werden die Preise für Milch und Milchprodukte, aber auch der Milchauszahlungspreis für den Milcherzeuger, sehr wesentlich durch Entscheidungen auf politischer Ebene mit beeinflusst.

Neben den Beschlüssen zur EU-Agrarpolitik wirken sich die Beschlüsse und Bestimmungen der  Welthandelsorganisation (WTO) auf die Preise für Milch und Milchprodukte sowie den Milchauszahlungspreis für die Milcherzeuger aus.

Die Milchquote und die EU-Agrarreform: Einflussfaktoren auf den Milchpreis

Mit dem Beschluss der EU-Agrarreform im Jahr 2003 wurden die Beihilfen gesenkt oder beseitigt und die Garantien über Interventionspreise bzw. Referenzpreise weitgehend zurückgenommen. Milch und Milchprodukte sind damit stärker denn je den Kräften und Einflussfaktoren des freien Marktes ausgesetzt.

Lediglich die Milchquotenregelung, die noch bis zum 31. März 2015 in Kraft ist, reguliert als Gegengewicht den ansonsten freien Markt, indem sie jedem EU-Mitgliedsstaat und jedem einzelnen Milcherzeuger nur die Produktion einer nach oben begrenzten Menge an Rohmilch gestattet („Deckelung durch Quote“). Damit wird vorerst noch verhindert, dass die angebotene Milchmenge pro Milcherzeuger innerhalb der EU beliebig steigt und in der Folge der absolut freie Markt für Milch und Milchprodukte eingeführt wird. Allerdings werden derzeit die Milchquoten erhöht.

Der Einfluss der Nachfrage nach Milchprodukten auf dem Weltmarkt

Für den Endverbraucherpreis von Milcherzeugnissen sind die Lage am globalen Absatzmarkt und die Lieferverträge des Einzelhandels mit den Milchverarbeitern entscheidend.

Die weltweite Nachfrage nach Milch und Milchprodukten wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Dies hängt mit der wachsenden Weltbevölkerung und den veränderten Lebens- und Konsumgewohnheiten in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern zusammen.

Deshalb werden auch in Zukunft die Preise für Milchprodukte noch stärker schwanken als in der Vergangenheit. Die Schwankungen der Weltmarktpreise nehmen immer mehr Einfluss auf die nationalen Milchpreise innerhalb der Europäischen Union.

Internationale Handelsvereinbarungen und Handelsverträge

Seit Mitte der neunziger Jahre verhandeln die wichtigen Staaten und Wirtschaftregionen der Welt in der Welthandelsorganisation (WTO) bessere Bedingungen für den weltweiten Handel von Waren und Dienstleistungen. Die Verhandlungen haben das Ziel, den direkten Zugang zu ausländischen Märkten zu ermöglichen – auch zu den nationalen Märkten für Milchprodukte. Die Abschottung der eigenen Märkte vor ausländischen Wettbewerbern soll durch Handelsbeschränkungen beseitigt werden.

Bereits 1995 mussten die EU-Staaten ihre eigenen Märkte für Milch- und Milchprodukte für Drittstaaten teilweise öffnen. Internationale Handelsvereinbarungen der EU-Mitgliedsstaaten mit Nicht-EU-Staaten führten zu Zollsenkungen für Importe in die EU und zu zusätzlichen zollreduzierten Importquoten. Die Einfuhren von Milchprodukten in die EU wurden dadurch erleichtert. Außerdem musste die EU ihre Subventionen auf Milchexporte in Länder außerhalb der EU begrenzen. All diese Maßnahmen haben zur Folge, dass sich der Druck auf die Preise für Milchprodukte am deutschen Markt erhöht.

Das Kuhiz

Seit wann unterstützt die EU-Kommission wieder den Milchmarkt?

FA Kuh

Ländervergleich 2008

Milkipedia - Das Milchlexikon

Zellzahl

Die Zellzahl dient als Bewertungskriterium für die Rohmilchqualität. Anhand des Zellzahlgehalts der Milch kann die Eutergesundheit der Milchkühe beurteilt werden. Bei den somatischen (körpereigenen) Zellen handelt es sich zum...

Milchmädchen

Wohin fließt die verarbeitete Milchmenge?

Export 44%
Lebensmittelhandel 40%
Industrie, Ernährungsgewerbe, Großverbraucher 16%weiterlesen