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Die Preise für Milchprodukte in der EU

Warum sind die Preise für Milch und Milchprodukte in den einzelnen Ländern der EU so unterschiedlich? Wie und warum werden die Preise durch politische Entscheidungen in der EU beeinflusst? Und welche Bedeutung hatten in jüngster Zeit die Entwicklungen auf dem Weltmarkt für die Milchpreise in der EU?

Zunächst ist wichtig, dass bei der Betrachtung von "Milchpreisen" und ihrer Entwicklung am Markt stets sorgfältig unterschieden wird zwischen den Preisen, die der Verbraucher im Supermarkt zahlt ("Preise für Milch und Milchprodukte") und den Preisen, die der Milcherzeuger für die von ihm gelieferte Rohmilch erhält ("Milchauszahlungspreis").

Was der Verbraucher bezahlt - und warum

Anders als auf den restlichen Märkten der Welt bilden sich die Preise für Milch und Milchprodukte in der EU nicht völlig frei nach den marktwirtschaftlichen Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Vielmehr garantiert das Preissystem für Milch in der EU einen garantierten Mindestpreis – den sogenannten Interventions- bzw. Referenzpreis.

Entsprechend lagen die Preise der verschiedenen Milchprodukte in der Vergangenheit immer sehr nah an der Interventionsverwertung und bewegten sich innerhalb einer Spanne auf einem stabilen Niveau. Auch die Preisverhältnisse einzelner Milchprodukte untereinander waren recht stabil, wobei das Preisniveau für Milchprodukte in der EU tendenziell stets höher war als jenes auf dem Weltmarkt.

Im Jahr 2007 hat sich diese Situation grundlegend verändert. Einer weltweit stark gestiegenen Nachfrage stand ein begrenztes Angebot gegenüber, was zu einem erheblichen Rückgang der Milchüberschüsse und der so genannten Interventionsbestände führte. Letztere wurden nahezu vollständig geräumt. Zugleich wurden Exporte von Milchprodukten ohne Exporterstattungen möglich. Eine Situation, die zu erheblich gestiegenen Preisen am Weltmarkt führte, was wiederum Auswirkungen auf die heimischen Märkte innerhalb der EU hatte: Auch hier stiegen die Preise für Milch und Milchprodukte teilweise deutlich an – insbesondere die Preise für Butter und Milchpulver.

Diese höheren Preise zogen einerseits weltweit eine erhebliche Produktion von Milch nach sich. Andererseits wurden für viele Abnehmer Milchprodukte dann zu teuer. Als Folge drehte sich der Markt wieder.

Was der Milcherzeuger erhält - und warum

Auch die Auszahlungspreise für die Milcherzeuger unterliegen aus nachvollziehbaren Gründen den Schwankungen der Märkte. Entsprechend gibt es auch innerhalb der EU große Unterschiede. Im Jahr 2006 wurden die höchsten Milchauszahlungspreise in der EU in Griechenland (35 Cent / kg Milch im Durchschnitt), Italien (31 Cent / kg Milch im Jahresdurchschnitt) und Spanien (30 Cent / kg Milch im Jahresdurchschnitt) gezahlt. In Deutschland lag der durchschnittliche Auszahlungspreis bei 27,35 Cent pro Kilogramm Milch – wobei starke regionale Unterschiede zu berücksichtigen sind – und in Großbritannien bei 22,62 Cent pro kg.

In den neuen EU-Staaten lagen die Milcherzeugerpreise durchweg im unteren Drittel der Vergleichstabelle. In Polen, Lettland, Estland und Ungarn erreichten die Preise je nach Land zwischen 22 und 24 Cent pro Kilogramm Milch. Litauen hatte 2006 den EU-weit niedrigsten Erzeugerpreis (17,67 Cent / kg).

Im Jahr 2007 stieg der Milchauszahlungspreis EU-weit an. In Deutschland von 27,35 auf 33,46 Cent pro Kilogramm. In Italien stieg er von 35 Cent im Januar auf 44 Cent zum Jahresende. In England von 22 Cent auf 26 Cent pro Kilogramm.

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