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Die globale Milchpreisentwicklung

Die immer engeren Handelsbeziehungen zwischen den einzelnen Weltmärkten haben zur Folge, dass die Entwicklung des Milchpreises auf dem Weltmarkt einen immer größeren Einfluss auf die Entwicklung des Milchpreises auf den nationalen Märkten hat.

Das erklärt unter anderem die  Preisschwankungen, die beim Milchpreis innerhalb der Europäischen Union (EU) in jüngster Zeit festzustellen waren. Veränderungen beim Dollarkurs (als internationale Handelswährung), extreme Wetterlagen und Naturkatastrophen aber auch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen sowie allgemeine Tendenzen auf anderen Rohstoffmärkten spielen zunehmend eine  wichtigere Rolle für die Entwicklung des Milchpreises.

Wie hat sich der weltweite Milchpreis entwickelt?

Während der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts und zu Beginn des 21. Jahrhunderts bewegten sich die Preise für Milch und Milchprodukte in einer verhältnismäßig stabilen Bandbreite. Bis zum Beginn des Jahres 2007 bewegte sich der Preis für eine Tonne Magermilchpulver oder eine Tonne Butter zwischen 1.000 und 2.500 US-Dollar, bevor es im Sommer 2007 zu einem außergewöhnlich starken Anstieg der Weltmarktpreise bei allen Milchprodukten kam, wiederum gefolgt von erheblichen Preisrückgängen von Herbst 2007 bis Oktober 2008.

Der Preis für eine Tonne Magermilchpulver war zwischenzeitlich auf über 5.000 US-Dollar gestiegen. Von Frühjahr 2008 bis August 2008 schwankte der Preise für eine Tonne Magermilchpulver jedoch wieder zwischen 3.065 US-Dollar und 3.400 US-Dollar.

Eine Tonne Butter kostete zum Jahresende 2007 auf dem Weltmarkt über 4.000 US-Dollar. Von Frühjahr 2008 bis August 2008 schwankte der Preis für eine Tonne Butter zwischen 3.265 US-Dollar und 3.850 US-Dollar.

Der durchschnittliche Milcherzeugerpreis auf dem Weltmarkt stieg von 28,85 Cent pro Kilogramm (August 2006) über 33,80 Cent (August 2007) auf 35,71 Cent im August 2008, wobei innerhalb der EU große Unterschiede zu beobachten waren. Während hohe Auszahlungspreise in Deutschland (33,5 Cent / kg) erreicht wurden, erhielten französische Milcherzeuger z. B. weniger als 28 Cent.

Zum Vergleich: In Neuseeland lag der Auszahlungspreis bei 31 Cent, in den USA und Großbritannien bei 30 Cent. Es gilt also festzuhalten, dass deutsche Milcherzeugern weltweit relativ hohe Auszahlungspreise erzielen, was in der Folge bedeutet, dass deutsche Molkereien weltweit hohe Kosten für den Rohstoff Milch investieren müssen – ein nicht unerheblicher Nachteil gegenüber ihren Wettbewerbern auf dem Weltmarkt.

Warum haben sich die weltweiten Milchpreise so entwickelt?

Die Nachfrage nach Milchprodukten ist in den letzten Jahren dynamischer gewachsen als das Angebot. Das liegt zum einen an der wachsenden Weltbevölkerung. Zum anderen können sich in den wirtschaftlich erfolgreichen Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas immer mehr Menschen Milchprodukte leisten. Experten gehen davon aus, dass vor allem in China, Indien und Pakistan, aber auch in Brasilien sowie einigen EU-Ländern (insbesondere den Ländern der EU-Osterweiterung) die Nachfrage nach Milchprodukten weiter ansteigen wird.

Die gesteigerte Nachfrage konnte bis Mitte 2007 vor allem durch den Abbau an Lagerbeständen ausgeglichen werden. Nachdem die weltweiten Lagerbestände jedoch erschöpft waren, mussten die Weiterverarbeiter von Milchprodukten den zentralen Rohstoff für die Herstellung ihrer Produkte auf dem Weltmarkt einkaufen, was die Preise entsprechend in die Höhe trieb. Ein gleichzeitiger Rückgang der Milchproduktion in wichtigen Exportregionen wie Australien oder Neuseeland sowie die ausbleibende Steigerung des Milchaufkommens in der EU (bedingt durch die Milchquote und eine damit verbundene „Deckelung“) beschleunigten den weltweiten Preisanstieg zusätzlich.

Wenn aber Produkte teurer werden, muss der Verbraucher noch genauer überlegen, wie viel er sich davon leisten kann und will. Der Preisanstieg hatte insofern einen Rückgang bei der Nachfrage nach Milchprodukten zur Folge, was wiederum zu einem Überangebot in den Regalen führte. Dieses weltweit eingetretene Überangebot an Milcherzeugnissen führte dann – gleichsam als Umkehrreaktion – zum Jahreswechsel 2007 / 2008 zu einem Preissturz, der auch auf dem deutschen Markt festzustellen war.

Welche Faktoren beeinflussen die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt?

Die Preisentwicklung hängt also von den Preisen auf den einzelnen Märkten der verschiedenen Milchprodukte ab. Meist ändert sich zuerst der Preis für Magermilchpulver und Molke. Dann folgen Butter und Trinkmilch und im Anschluss erfahrungsgemäß Käse. Wird ein Produkt teurer, neigen Privatverbraucher und gewerblichen Nachfrager im Ausland zum Griff nach einer Alternative. Beispielsweise wird statt Trinkmilch Milchpulver stärker nachgefragt. Die stärkere Nachfrage nach einem alternativen Milchprodukt ändert wiederum die Preisrelationen zwischen den verschiedenen Milchprodukten. Sind am Ende die Preise für alle Milchprodukte gestiegen, kommt es zu einer Gegenreaktion: Aufgrund der sinkenden Nachfrage fallen bei gleichzeitiger Mehrproduktion die Preise.

Preisniveau und die Preisentwicklung sind in den einzelnen Staaten durchaus unterschiedlich. In einigen Staaten sind die Preise teilweise staatlich geschützt, z.B. in Kanada, in der Schweiz oder in Japan. Allerdings passen sich auch diese nationalen Milchpreise mit zeitlicher Verzögerung an die Weltmarktpreise an.

Internationale Handelsabkommen und Wirtschaftsverhandlungen innerhalb der Welthandelsorganisation WTO öffnen nationale Märkte für ausländische Produkte. Dies gilt auch für Milchprodukte. Ziel der WTO-Verhandlungen ist es, durch den Abbau von Handelshemmnissen wie Exportsubventionen und Importzölle die Liberalisierung des Welthandels fortzusetzen.

Obwohl die Gesamtmenge der weltweit gehandelten Milchprodukte im Gegensatz zu anderen Produktgruppen gering ausfällt, sind der internationale Milchmarkt und damit der internationale Milchpreis sehr anfällig für Schwankungen. Bereits weniger als ein halbes Prozent Unterschied in der Menge der weltweiten Milcherzeugung kann zwischen Überschuss und Mangel bei Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt entscheiden.

Da auf dem Weltmarkt die Preise häufig in US-Dollar abgerechnet werden, ist das Wechselkursverhältnis zwischen wichtigen Währungen der Weltwirtschaft, z. B. der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro, ausschlaggebend für die nachgefragten und angebotenen Mengen an Milchprodukten.

Welche Rolle spielen Tierseuchen und das Wetter?

Der Handel auf dem Weltmarkt ist sehr stark von den wirtschaftlichen Entwicklungen in den einzelnen Ländern abhängig. Produktionsausfälle, hervorgerufen durch Tierseuchen und Tierkrankheiten wie BSE oder Maul- und Klauenseuche, haben erhebliche Auswirkungen auf den Weltmarktpreis.

Ebenso beeinflussen Wetterbedingungen wie Hitze, Dürrezeiten, Überschwemmungen und lange Niederschlagsperioden die weltweit angebotene Milchmenge und damit den Milchpreis. Extreme Wetterverhältnisse erzeugen negative Effekte für die Viehzucht und somit für die Milchmenge. Wenn Weideflächen überflutet werden, kann das Futter für die Milchkühe knapp werden. Das Gleiche gilt für große Hitze und Wassermangel.

Das Kuhiz

Wann wurde die Milchquote eingeführt?

FA Kuh

Ländervergleich 2008

Milkipedia - Das Milchlexikon

Trockenmilchprodukte

Zur Herstellung von Trockenmilchprodukten werden den Milchprodukten (z. B. der Magermilch, der Vollmilch oder dem Rahm) nahezu das gesamte Wasser durch Eindampfung und Trocknung entzogen oder durch sogenannte Mikro-/Ultrafiltration gewonnen.

Milchmädchen

Wohin fließt die verarbeitete Milchmenge?

Export 44%
Lebensmittelhandel 40%
Industrie, Ernährungsgewerbe, Großverbraucher 16%weiterlesen