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Der Verdienst der Milcherzeuger

Wieviel verdient ein deutscher Milcherzeuger? Was erwirtschaftet der konventionelle Betrieb im Gegegensatz zum ökologischen?

Das Einkommen eines deutschen Milcherzeugers

Gemäß des Agrarpolitischen Berichtes der Bundesregierung 2011, veröffentlicht im Mai 2011, führte die Entwicklung der Erzeugerpreise im Berichtszeitraum zu bisher nicht gekannten Einkommensschwankungen. Im Wirtschaftsjahr 2009/2010 konnte der Preisrückgang durch niedrigere Aufwendungen für Futtermittel und Dünger sowie gestiegene Direktzahlungen ausgeglichen werden, so dass sich der Gewinn gegenüber dem sehr niedrigen Vorjahresniveau wieder leicht verbessert hat (+1,5 Prozent). Die Direktzahlungen der deutschen Landwirtschaft machen im Durchschnitt 52 Prozent der landwirtschaftlichen Einkommen aus und sind daher nach wie vor ein wichtiges Element ihrer Stabilisierung.

Im Geschäftsjahr 2009/2010 haben die Milcherzeugerbetriebe im Testbetriebsnetz des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Deutschland einen Nettogewinn in Höhe von 31.366 Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Anstieg von 1,5 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr zuvor – trotz deutlich erschwerter Rahmenbedingungen.



Denn gleichzeitig sind die Produktionskosten der Milcherzeuger deutlich gestiegen. Vor allem Futtermittel, Düngemittel, Strom und Kraftstoff für Fahrzeuge und Maschinen, aber auch eventuelle Pachtzahlungen (zum Beispiel für zusätzliches Acker- und Weideland) haben sich teilweise erheblich verteuert. Ursache dafür sind im Wesentlichen die hohen Erdölpreise, klimatische Bedingungen in den wichtigsten Produktionsregionen der Welt sowie die staatliche Subventionierung von Bioenergie, die es für viele Landbesitzer rentabler machen würde, statt Futterbau besser Raps- und Maisanbau zu betreiben. Für den Milcherzeuger ist der Anbau von Energiepflanzen eine Konkurrenz, die die Preise für seine Futter- und Weidefläche nach oben treibt.

Höhere Beihilfen stabilisieren den Betriebsgewinn der Bauern
- Vergleich zwischen konventionellen Betrieben und Ökobetrieben

Im Durchschnitt der Jahre 2005/2006 bis 2009/2010 haben die ausgewerteten ökologisch wirtschaftenden Haupterwerbsbetriebe mit 50.649 Euro um 27 Prozent höhere Gewinne je Unternehmen als die konventionellen Haupterwerbsbetriebe mit 39.741 Euro. Dies liegt auch an den deutlich höheren öffentlichen Zahlungen an die Öko-Betriebe im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen. Für das Wirtschaftsjahr 2009/2010 konnten Buchführungsergebnisse von 411 ökologisch wirtschaftenden Haupterwerbsbetrieben ausgewertet werden. Im Durchschnitt dieser Betriebe nahmen die Gewinne gegenüber dem Vorjahr um 21,2 Prozent auf 43.527 Euro ab. Die Gewinneinbußen waren erheblich größer als im Durchschnitt der konventionell wirtschaftenden Haupterwerbsbetriebe. Die ökologischen Betriebe hatten wesentlich geringere Ausgaben z.B. für Pflanzenschutz und Düngemittel (zusammen 17 Euro/ha) als konventionelle Betriebe (203 Euro/ha), jedoch liegt der Personalaufwand bei ökologischen Betrieben gleich 80 Euro/ha höher als bei den konventionellen. Zudem stehen den niedrigen Erträgen der Öko-Betriebe deutlich höhere Preise gegenüber.  

Bedingungen für eine Umstellung auf Öko-Landbau

Eine Umstellung von einer konventionellen auf eine ökologische Landwirtschaft kann je nach Betriebsstruktur viel kosten. Im Regelfall dürfen die Erzeugnisse erst nach einer Übergangsphase von zwei Jahren als "ökologisch" vermarktet werden. Während dieser Phase haben die Landwirte niedrigere Erträge und höhere Aufwendungen, aber noch keine gewinnbringende Erlöse. Laut einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Bauernverbandes im Dezember 2009 würden 1,4 Prozent der befragten Landwirte auf Ökolandbau umstellen wollen und 10,7 Prozent würden darüber nachdenken. Letztendlich sei die Entscheidung von den wirtschaftlichen Aussichten abhängig.

Neue Herausforderungen für Milcherzeuger

Die Milcherzeuger sehen sich seit einigen Jahren neuen Herausforderungen gegenüber. Untersuchungen des agri benchmark Netzwerkes und der European Dary Farmers (EDF) zeigen, dass schwankende Milchpreise, hohe Inputpreise und zunehmende Flächenknappheit die größten Herausforderungen für die Entwicklung des Betriebszweiges Milch sind und das Betriebsergebnis der Milchviehbetriebe in der EU beeinflussen.
Die Erlöse des Betriebszweiges Milch sind nach dem zwischenzeitlichen Preishoch im Jahr 2007/2008 wieder stark gesunken. Aktuell befinden sich die Milcherzeugerpreise wieder in einer Aufwärtsphase. Der durchschnittliche Milchpreis für 2010 lag bei 30,83 Euro/100 kg, was ein Anstieg von 28 Prozent zum Vorjahr bedeutet!

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