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Carbon Footprint: Die Kuh und die Treibhausgase

Der Klimawandel ist ein ernstzunehmendes und wichtiges Thema für die Menschen und die Umwelt. Die Ausstoßmengen an Treibhausgasen (GHG) steigen und müssen begrenzt und reduziert werden. Beim Carbon Footprint werden die Emissionstreiber identifiziert und analysiert und die Reduktionspotenziale ermittelt.

Carbon Footprint in der Milchindustrie


Die Milchkuh trägt nur in Höhe von 1,2 Prozent zu den gesamten Treibhausgasemissionen bei. Die Milchproduktion (gemessen vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Regal im Supermarkt) macht gerade 3 Prozent der gesamten klimarelevanten Treibhausgasemissionen aus. Die Prozentzahl steigt auf 3,5 Prozent, wenn man zusätzliche Aspekte des Milchkonsums wie Kühlung, Transport und Abfall dazuzählt. Diese detaillierten Zahlen ergeben sich aus einer wissenschaftlichen Studie (CE DELF 2008: „A sustainable dairy sector“), die der Europäische Milchindustrieverband (EDA) letztes Jahr in Auftrag gegeben hat und Teilziel des Milchsektors ist, den Carbon Footprint zu verringern. Sowohl bei der UN-Konferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen als auch beim Weltmilchgipfel von IDF (International Dairy Federation) in Berlin im September 2009 wird EDA diese Zahlen vorstellen.

Methan (CH4) Emissionen (Zahlen von 2005) aus der Verdauung des Viehbestands betragen 26 Prozent der gesamten Emissionen und machen den größten Faktor aus (zweitgrößter nach dem Energiesektor mit 37 Prozent). 5 Prozent davon sind direkt dem Milchsektor zuzuordnen. Laut Studie ist auch ersichtlich, dass diese Zahlen bezogen auf die Emissionen aus dem Milchsektor seit 1990 um 30 Prozent reduziert wurden. Aus der o. g. Studie ist ersichtlich, dass die Verdauung eines der Hauptprobleme ist und man u. a. durch Änderungen in der Futtermittelzusammensetzung Verbesserungen herbeiführen kann. Auf jeden Fall bedarf es noch weiteren Untersuchungen und Forschungen auf dem Gebiet.

Positionspapier des MIV und VDM zum Carbon Footprint auf Milchprodukten


Zusammen mit dem Verband der Deutschen Milchwirtschaft (VDM) hat der Milchindustrie-Verband (MIV) ein gemeinsames Positionspapier zu dem Thema Carbon Footprint auf Milchprodukten erarbeitet. Beide Verbände machen in diesem Papier deutlich, dass sie die Notwendigkeit sehen, eine international einheitliche Methode zur produktbezogenen Erfassung des Carbon Footprints zu finden, aber zeigen gleichzeitig die Bedenken und Schwierigkeiten insbesondere für den Milchsektor auf, eine gemeinsame und gerechte Methode zu entwickeln. Sie lehnen daher entschieden eine Carbon Footprint Kennzeichnung auf Milchprodukten ab.

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